Die Zombies sind wieder da! In den besten Stories aus dem EVOLVER-Literaturwettbewerb wüten sie in Versuchslabors, begleiten Schulwandertage, machen die Schrecken der Weltkriege noch schrecklicher, verspeisen selbst Samurai – und fühlen sich auch im Chefbüro wohl. Reservieren Sie sich einen Leseplatz in der Hölle …

(Hrsg.: Thomas Fröhlich & Peter Hiess)
DAS BUCH DER LEBENDEN TOTEN

Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kommen die Toten auf die Erde zurück.

Das Buch der lebenden Toten

Seien wir doch ehrlich: Vampire sind was für kleine Mädchen – zumindest, wenn sie so blutleer und langweilig daherkommen wie in den Twilight-Filmen. Die wahren Helden der internationalen Horrorszene schlurfen heutzutage zwar langsam, aber viel grauenerregender um jede Ecke: Zombies.

Sie taumeln stöhnend durch Computerspiele (Dead Rising, Left 4 Dead), erleben ihre madenzerfressene Wiedergeburt im Kino oder auf DVD (von George Romeros … of the Dead-Serie bis zu deren unzähligen trashigen, gelungenen oder auch witzigen Epigonen), infzieren mit ihren Bissen den Buchmarkt (ob im Zombie Survival Guide oder dem untoten Jane-Austen-Ableger Stolz und Vorurteil und Zombies) und fressen sich neuerdings sogar durch das US-Hauptabendprogramm – in der von einer Comic-Reihe inspirierten Fernsehserie The Walking Dead.

Jetzt kommt endlich auch der deutschsprachige Buchmarkt in den Genuß einer eigenen Zombie-Anthologie: Die Idee zu Das Buch der lebenden Toten entstand 2009, als der Untoten-Trend in unseren Breiten erst langsam, aber unerbittlich dem Grabe entstieg. Damals rief die Netzzeitschrift EVOLVER unter dem Titel „You’re coming to get us!“ zu einem Literaturwettbewerb auf, der dem Virus neue Nahrung geben sollte:

„Sie sollen etwas für uns schreiben. Eine Zombie-Geschichte. Eine, die Hand und Fuß hat (mögen die auch noch so verwest sein). Vielleicht sogar eine, die sich in heimischen Geflden abspielt. Warum sollen denn ausschließlich die USA oder Italien in den Genuß fächendeckend herausgerissener Eingeweide gelangen? Eben. Wo sich das doch auch am Stephansplatz gut machen würde. Oder in Boboville. Oder im Salzkammergut …“

Einzige Voraussetzung für die Teilnahme: Die eingesandten Stories durften nicht länger sein als zehn Manuskriptseiten – und sie sollten den klassischen Zombie hochleben lassen. Keine rasenden, mordlustigen Irren wie in 28 Days Later; keine denkenden oder fühlenden Zombies, die sich aus Versehen in einen verfaulenden Körper verirrt haben; und schon gar keine pseudointellektuell verbrämten Konsumfetischismus-Untoten, die so tun, als ob sie „gesellschaftskritisch“ wären, aber in Wahrheit längst zum Staub vergessener Jahrhunderte zerfallen sind. Die Reaktionen waren erstaunlich. Bis zum Einsendeschluß des Wettbewerbs langten

249 (!) Beiträge beim EVOLVER ein. Zehn Juroren brachten sich mit der Lektüre der Stories an den Rand des Grabes, hielten aber tapfer bis zum Schluß durch (na ja, die meisten zumindest; die anderen lauern wahrscheinlich gerade hinter irgendwelchen Friedhofstoren auf appetitliche Besucher). Und irgendwann standen der Gewinner sowie die Silber- und Bronzemedaille fest.

Und danach? Sollten wir die Idee einfach begraben? Oder sie, ganz der Zombie- Tradition entsprechend, gleich wieder auferstehen lassen – auf der Suche nach Menschenfeisch? Oder einem Verlag? Zugegeben, die Frage war rein rhetorisch: Einige der Stories waren viel zu gut, um sie nicht abzudrucken. Und den Verlag gab es ja auch schon: EVOLVER BOOKS, gegründet Anfang 2010, erklärte sich bereit, „Hell’s Best“ (das war der Arbeitstitel der geplanten Anthologie) zu veröffentlichen. Als die Herausgeber, Thomas Fröhlich & Peter Hiess, dann auch noch entdeckten, daß der Titel Das Buch der lebenden Toten noch nicht vergeben war, ließen sie die besten Untoten-Kurzgeschichten aufmarschieren: Zombies beim Schulausfug, Zombies im alten Japan, Zombies unter Amphetaminsüchtigen, Zombies im Märchen, Zombies als Haustiere, Zombies im 1. und im 2. Weltkrieg, Zombies hinter dem Computer, Zombies als erotisches Stimulans, Zombies im Chefbüro … nur die Besten bissen sich durch.

Im Endeffekt waren es 21 Stories, von trashig über parodistisch bis literarisch anspruchsvoll, die für die Anthologie ausgewählt wurden – plus eine 22. Kurzgeschichte als exklusiver „Download-Content“ zum Herunterladen (weil sie fürs Buch zu lang war). Den Grazer Künstler Jörg Vogeltanz konnten wir für das großartig jenseitige Cover gewinnen, den deutschen Illustrator Timo Grubing – der übrigens das sehenswerte „Blog of the Living Dead“ betreibt – für die wirklich unheimlichen Schwarzweiß-Illustrationen im Buchinneren.

Das Buch der lebenden Toten erscheint am 28. November 2010 bei EVOLVER BOOKS. Ziehen Sie Ihr bestes Totenhemd an, torkeln Sie zum Computer, strecken Sie die Arme aus, stoßen Sie ein letztes „Braaaaaaiiiiiinssss …“ hervor und bestellen Sie es. Oder schleppen Sie sich zum Buchhändler Ihres Vertrauens, damit Sie diese großartige Anthologie am besten gleich zu Weihnachten all Ihren Lieben (ob die nun leben oder nicht) auf den Gabentisch legen können.
Und lassen Sie sich bloß nicht in den Kopf schießen!

„They kill for one reason. They kill for food. They eat their victims. Do you understand that, Mr. Berman? That’s what keeps them going.“

Über EVOLVER BOOKS

EVOLVER BOOKS wurde als Independent-Verlag im Frühjahr 2010 gegründet – und ist jetzt als mittlerweile bewährter „Fachverlag für Pulp-Thriller, Horror & Science Fiction“ Teil eines Vereins zur Förderung unabhängiger Autoren, die eine Vorliebe für Genre-Literatur mitbringen. Bei uns gibt’s keine Nabelschau fürs Feuilleton, sondern böse und witzige Thriller, Science-Fiction-Parodien, Gruselkrimis der alten Schule – und die Wiederkehr des Romanhefts.

Videos der Buch-Präsentation: